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Sensenlehrer - Rundbrief im April 2018

Sensenlehrer - Rundbrief im April 2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wie ihr auf der Homepage des SVD sehen könnt, haben wir vom 2. - 4. März einen großartigen Workshop mit Erwin Zachl durchgeführt und selbst Wetzsteine aus Natursandstein hergestellt. Dabei haben wir auch viele Informationen von Erwin erhalten über die Geschichte der Wetzsteinproduktion.
Ein ganz wichtiges Ergebnis war: Respekt vor dem Wissen und Können der Handwerker, früher und heute! Man geht anders mit den Werkzeugen um, wenn man sie mal selbst geschnitten und geschliffen hat.
Dieser Workshop ist nicht nur für Sensenlehrer gedacht. Dieser Kurs kann durchaus hin und wieder unsere Kurslandschaft bereichern. Selbstverständlich gibt es von diesem Wetzsteinkurs eine Wiederholung im Herbst.
Großer Dank an Erwin Zachl für all die Vorbereitung, Wissenserfassung und Weitergabe. Ebenso an Schorsch Hahn für seine Gastfreundschaft in Werkstatt und Tagungsraum und an Thomas Isermann für den Artikel in der Homepage!

Am Freitag 2.3.18 haben wir auch eine Vorstandssitzung des SVD zusammen mit Erwin Zachl durchgeführt. Folgende Punkte wurden dabei besprochen und beschlossen:

1.    Verbindliche Vereinsqualität
Es sind vor allem 3 Bereiche, die unsere Vereine klar verbinden und unbedingt hochgehalten werden müssen:

•    Die didaktische Qualität (Curriculum) unseres Kurses: Mähen für den Hausgebrauch (MHG sowie Kombikurse) und
•    Die alleinige Verwendung der Vereinsmaterialien bei diesen Kursen (Blätter und Worbe sowie Wetzsteine)
•    Die gemeinsame Ausbildung der Sensenlehrer durch den SVÖ

Wir fordern hiermit alle Lehrer des SVD dazu auf, sich an diese existentiellen Grundlagen zu halten, nur dann können wir die Qualität unserer Kurse und Werkzeuge hochhalten und uns eindeutig von anderen Anbietern unterscheiden.

Wir fordern euch auch alle auf, umgehend auf die neuen Worbe umzurüsten und ab sofort die Kurse nur noch mit diesen durchzuführen.

Als Anreiz können Sensenlehrer, die bei Silvanus gelistet sind, für eine Grundausstattung von 6 Worben einen Rabatt von 30% beanspruchen (Hat Erwin Zachl, SVÖ ausgehandelt).

Grundsätzlich darf jeder SL seine Kurse halten, wie er will, dann allerdings nicht als SL im Rahmen der Vereine SVD oder SVÖ. Das bedeutet ab sofort, dass jeder SL, der sich nicht an diese Regeln halten will oder kann, die Akkreditierung auf der Webseite SVD/SVÖ verliert und nicht mehr als SL aufscheint. Selbstverständlich sind auch bereits eingestellte Kurse nicht mehr sichtbar.

Es geht nicht an, die Infrastruktur der Vereine für billiges Geld zu beanspruchen und gleichzeitig aber dem Verein die nötige Unterstützung durch den Einkauf der Betriebsmittel zu verweigern.

Erinnert werden soll in diesem Zusammenhang auch, dass die Vereine finanziell von allen Bestellungen bei Silvanus unterstützt wird. Wir erhalten jährlich einen Anteil von allen verkauften Vereinsmaterialien als Vereinsförderung.

Dies ist bei weitem die wichtigste Einnahmequelle unserer Vereine! Bitte bedenkt dies.

2.    Sensenlehrerausbildung
In diesem Jahr werden von Erwin Zachl wieder 3 Lehrerkurse angeboten, die zum größten Teil schon voll sind. Thomas Isermann (SVD) und Roland Seepacher (SVÖ) werden, soweit es möglich ist, ihm dabei zur Seite stehen und assistieren. Die Lehrerausbildung bleibt ganz klar weiterhin beim SVÖsterreich angesiedelt. Dies gilt für beide Vereine, SVD und SVÖ.

Geplant ist, im Jahr 2018 einen Fortgeschrittenen-, Fach- oder Vertiefungskurs zu entwickeln. Ein Curriculum ist noch nicht festgelegt. Beiträge dazu sind sehr willkommen!

Allerdings gibt es bereits Erfahrungen des SVÖ, wo letztes Jahr ein solcher Kurs erstmals komplett angeboten und durchgeführt wurde. Für heuer ist ein weiterer „Musterkurs“ in Sontra/Hessen zu Pfingsten angeboten. Durchgeführt von Erwin Zachl, der noch 1-2 weitere SL dazu einladen würde.

Bei Interesse bitte direkt bei Erwin melden: office@sensenverein.at

Gründe für dieses neue Kursformat sind: Es sind unzureichend vorgebildete Lehrerkandidaten aufgetreten oder solche, die zwar mehr Sensenwissen erwerben wollen, aber nicht planen zu unterrichten. Durch dieses Zusatzangebot soll der Schwerpunkt auf die didaktische Seite der Lehrerausbildung gestärkt werden und bei Vertiefungskursen auf den pädagogischen Teil verzichtet, was diesen Kurs deutlich günstiger macht.

3.    Neue Sensenblätter und Infomaterial bei Silvanus
Ab Mitte April werden im Sensenshop der Vereine bei der Firma Silvanus neue zusätzliche Sensenblätter und auch Sicheln erhältlich sein. Diese werden von der Firma Falci in Dronero im Piemont (Italien) hergestellt und sollen unser Angebot verbreitern.

Ebenso wird eine neue Fassung des Sensenvereins-Flyers erstellt und von Silvanus vertrieben werden.

Auch das Merkblatt über die „Einstellungen der Sense“ wurde überarbeitet und kann bei Silvanus bestellt werden.
Es soll zukünftig an alle Kursteilnehmer ausgegeben werden!

Weiterhin der Hinweis: anerkannte Sensenlehrer können von Silvanus eine Material-Gutschrift auf Bestellungen der Kursteilnehmer erhalten. Voraussetzung ist aber, dass auf den Bestellformularen unter der Rubrik „Bemerkungen“ der Namen des Sensenlehrers angegeben wird.

Die Rabatte für Sensenlehrer bleiben unverändert.

Wenn ihr Vorschläge, Bitten oder Kritik am Material habt, wendet euch doch bitte direkt an Erwin Zachl (office@sensenverein.at) oder an uns vom Vorstand. Bitte nicht an die Firma Silvanus. Silvanus nimmt ausschließlich Materialien auf, die von den Vereinsvorständen SVÖ & SVD genehmigt wurden! Wir werden dann gerne zusätzliches Material prüfen, Informationen dazu einholen und ggf. die Liste erweitern.

4.    Weitere Informationen
Leider mussten wir Joe Sieber, unseren Schatzmeister und Gründungsmitglied am 19.3.18 in Wangen begraben. Beide Sensenvereine waren würdig vertreten. Vielen Dank auch für die Rückmeldungen von euch!

Laut Satzung des SVD haben wir ein zusätzliches Vorstandsmitglied ernannt, der seine Funktion bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung im Frühjahr 2019 ausüben wird. Wir sind sehr froh, dass sich ein langjähriges Vereinsmitglied dazu bereiterklärt hat. Er heißt Martin Siebert, lebt auch in Wangen, ist gelernter Landwirt und Waldorflehrer und wird im Sommer die Ausbildung zum Sensenlehrer machen.

Zurzeit sind wir dabei, das von Joe hier in Wangen im Auftrag des SVD betriebenen Sensenlager aufzulösen. Glücklicherweise hat sich die Firma Silvanus großzügig bereiterklärt, das meiste Material zurückzunehmen. Auch hier zeigt sich, dass Silvanus ein sehr zuverlässiger Partner ist, der auch in besonderen Situationen bereit ist, unkonventionelle Lösungen zu forcieren. In Zukunft werden alle SL direkt dort bestellen und unsere Kursteilnehmer darauf verweisen

Termine:
Da wir nur wenige Zusammenkünfte haben, bitten wir vom Vorstand darum, mit uns per Email zu kommunizieren, wir sind auf eure Zusammenarbeit, auf Kritik und Vorschläge angewiesen und bemühen uns mehr Rundbriefe zu versenden oder eure Mails direkt zu beantworten.

Internationales Sensenlehrertreffen 05.10. - 07.10.2018 auf dem am HahnHof

Zum Sensenfest am Vatertag den 30.05.2019, auf dem HahnHof sind die Sensenvereine, die Sensenlehrer/innen und die Mitglieder herzlich eingeladen.

Für die Sensenvereine Österreich und Deutschland

Erwin Zachl    Heiner Miller
Obmann des Sensenverein Österreich    1. Vorstand des Sensenverein Deutschland

 

Lieber Heiner, werte Vorstandsmitglieder,

der Sensenlehrer-Rundbrief vom April 2018 hat mich so empört, dass ich mit meiner Reaktion ein paar Tage gewartet habe, um in Ruhe darüber nachzudenken.

Zunächst stelle ich Euch allen mal die Frage, wieso Ihr Euch erlaubt, in einem so rigiden Ton mit uns zu kommunizieren. Wir sind, meines Wissens nach, alle erwachsene Menschen, keine Schulkinder (auch mit denen sollte heute nicht mehr so gesprochen werden). Ein Vereinsvorstand ist das Sprachrohr seiner Mitglieder, kein Gericht. Ein Verein ist für seine Mitglieder da, nicht umgekehrt.

Wenn ich mir allerdings die Satzung noch einmal zu Gemüte führe, so finde ich auch dort Regelungen, die auf einen Machtanspruch des Vorstands hindeuten. Allein die Tatsache, dass Vergehen mit einem Bußgeld belegt werden können, ist bedenkenswert. Zumindest für mich als Mitglied und Sensenlehrerin.

Ihr fordert uns auf, umgehend auf die neuen Worbe umzustellen. Auf welche neuen Worbe bitte? Und warum sollte es nicht möglich sein, in den Kursen auch andere Worbe zu nutzen. Ich kenne Sensenlehrer, die selbst Worbe bauen. Und auf die regionaltypischen Unterschiede sollte auch aus Allgäu-Österreichischem Blickwinkel geschaut werden. Das gilt auch für Sensenblätter. Ich werde hier in meiner Region öfters zu Sensenkursen auf Wiesen eingeladen, da ist das vorgeschriebene Blatt nicht die beste Wahl. Und ich nehme mir das Recht heraus, in diesen Fällen auch ein anderes, aus meiner Sicht geeigneteres Sensenblatt, einzusetzen.

Die Verpflichtung, nur und ausschließlich bei Silvanus einzukaufen, um den Sensenvereinen Österreich und Deutschland die Kassen zu füllen, lehne ich ab. Ich schätze die Leute von Silvanus sehr, aber ich lasse mir nicht befehlen, wo ich mein Material einkaufe. Dass bei allen Einkäufen durch uns Sensenlehrer/innen und unsere Schüler/innen auch noch ein Teil an die Vereine geht, bedeutet auch, dass wir nicht den bestmöglichen Rabatt bekommen. Das ist erst einmal eine Feststellung, aber noch keine Bewertung.

Die Androhung, von der Internetseite als Sensenlehrer zu verschwinden, wenn wir uns nicht an die Regeln halten, werte ich als Unverschämtheit. Erst Recht die Aussage, dass wir die Infrastruktur des Vereins für „billiges“ Geld nutzen. Wir bezahlen für das Einstellen unserer Angebote 60,-- € im Jahr. Wenn das für Euch „billiges“ Geld ist, dann zeigt das auch eine grundsätzliche Einstellung, die mir nicht gefällt.

Ich werde jedenfalls nicht warten, bis Ihr Vorstandsmitglieder mich mit einem Bußgeld belegt und mit meinen Angeboten von der Internetseite verbannt. Da werde ich ganz sicher vorher meine eigenen Konsequenzen ziehen.

Die Ausbildung zur Sensenlehrerin habe ich erfolgreich abgeschlossen und dafür ein Zertifikat erhalten. Ich werde mich also auch in Zeiten nach einer Vereinsmitgliedschaft als ausgebildete Sensenlehrerin bezeichnen, ob Euch das passt oder nicht. Der Hinweis auf die beiden Verein wird dann halt fehlen. Das dürfte mir aber nicht schaden, vermute ich.

Da ich bereits in der Vergangenheit in einen Konflikt innerhalb des Vereins hineingezogen wurde, kann ich mir natürlich denken, welche Ursache diese Zurechtweisung im Rundbrief hat.  Der Hinweis auf unzureichend vorgebildete Lehrerkandidaten verrät mir da einiges. Es kann nicht sein, dass alle Sensenlehrer/innen unter diesen Machtkampf zu leiden haben.

Mir ist die Allgäu-Österreich-Connection langsam unheimlich und ich habe für die „Hörigkeit“ gegenüber Erwin Zachl nur bedingt Verständnis. Ich nehme berufsbedingt häufig an Fortbildungen teil und bin momentan zum zweiten Mal in die Organisation einer Ausbildung von Naturparkführern eingebunden. Ich traue mir zu, die Qualität eines Lehrgangs beurteilen zu können. Daher wundere ich mich immer so ein bisschen über die absolute Überzeugung von der Qualität der Sensenlehrer-Ausbildung. Aus meiner Sicht gibt es dort durchaus Optimierungsbedarf. Aber da rede ich vermutlich gegen Wände.

Hier sei der Hinweis erlaubt, dass die Didaktik eine zentrale Disziplin der Pädagogik ist. Wie soll also in einem neuen Kursformat die Pädagogik vermindert und die Didaktik verstärkt werden?????

Abschließend möchte ich Euch auffordern, eine transparente Diskussion über den Inhalt Eures Rundbriefes zu ermöglichen. Das könnte über Beiträge im Sensenlehrerforum auf der Webseite (interner Bereich) geschehen. Das setzt aber voraus, dass Ihr bereit seid, auf Augenhöhe mit uns zu kommunizieren und nicht von oben herab.

Freundliche Grüße

Marion Klein

M.Klein

Lieber Heiner, lieber Vorstand des deutschen Sensenvereins, lieber Vorstand des Österreichischen Sensenverein,

vielen Dank für den Rundbrief. Auch ich möchte mich noch dazu äußern.

Leider kann ich den Ton in dem Rundbrief, mit dem die Mitglieder angesprochen werden, weder verstehen, noch akzeptieren und bitte diesbezüglich um Aufklärung.
Dieser Umstand führt mich außerdem zu der Vermutung, dass es sich hierbei um etwas persönliches handelt und nicht um etwas sachliches. Das bedaure ich sehr, da ich in diesem Verein bin, um für die Verbreitung und den Fortbestand des Sensens und allem was dazu gehört, zu sorgen. Dies impliziert für mich zudem, dass verschiedene Materialien im Kurs verwendet und vorgestellt werden können, da es nicht nur die Vereins-Sensenblätter gibt. Außerdem muss ich leider anmerken, dass ich privat beim mähen meines einen Hektars Wiese, die Vereinsblätter nicht verwende, da sie für diese Wiesen "suboptimal" sind. Auch im Kurs kommen immer wieder Teilnehmer mit diesen Blättern schlecht klar und ich gebe ihnen andere, um ein optimales Mähergebnis zu erzielen. Wetzsteine habe ich ebenfalls verschiedene dabei, um die Unterschiede aufzuzeigen. Außerdem verstehe ich nicht, wieso z.B. selbst gebaute Wörbe oder andere Arten von Wörben nicht in den Kursen verwendet werden dürfen. Das alles zeigt doch wunderbar die Vielfalt an vorhandenen Werkzeugen. Worum handelt es sich überhaupt bei den neuen Wörben?

In meinen Kursen steht grundsätzlich das Sensen im Vordergrund und nicht die Werbung für den Verein oder von Silvanus. Wenn überhaupt sollte auch nicht Silvanus als Lieferant besonders hervorgehoben werden, sondern die Sensenwerke Schröckenfux und Falci. Dass Silvanus ein sehr angenehmer und kulanter Geschäftspartner ist, steht dabei außer Frage. Dennoch lasse ich mir nicht vorschreiben, wo ich mein Material einkaufe. Ich finde diese "Vorschrift" im übrigen äußerst fragwürdig, ebenso wie die bereits angesprochene Tatsache, dass unser Lehrgang keine Rechnung über die Ausbildungsgebühren erhalten konnte. Damit verliert der Verein für mich immens an Glaubwürdigkeit und ich unterstütze eine solche Vetternwirtschaft nicht.

Das Kurskonzept, wie es uns in Österreich vorgestellt wurde, verstehe ich als eine Sammlung von Inhalten, die im Kurs angesprochen werden sollen/müssen. Wie genau ich das mache, steht mir meiner Meinung nach frei.

Außerdem möchte ich noch anmerken, dass noch mehr Leute in dem/den Verein(en) gibt, die etwas vom Sensen verstehen, nicht nur Erwin.

Sollten mich die aufgeführten Punkte als Sensenlehrerin des SVD disqualifizieren, so sei es. Ich bitte um entsprechende Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

Denise

Dr. Denise Emer
Kirchstr. 60/1 73272 Neidlingen
Tel. 0157/73812774
eMail: denise.emer@gmx.de
 

Lieber Vorstand der Sensenvereine Österreichs und Deutschlands, lieber Heiner, lieber Erwin!

Mit einigem Befremden habe ich den kürzlich an die Vereinsmitglieder versandten Rundbrief wahrgenommen. So machte mich in mehrfacher Hinsicht der Ton des Schriftstückes stutzig. Er war harsch und befehlend in einer Weise, daß ungefragt mein altes Geschichtswissen aus dem Unterbewußtsein wieder hervorkam. Und er legte beim Lesen zwischen den Zeilen Vermutungen nahe, daß es Spannungen innerhalb des Vereines zu geben scheint, über die ich gerne aufgeklärt werden möchte. 

Es ist löblich aber auch in gewisser Weise selbstverständlich, daß wir uns immer mal wieder daran erinnern, unsere Sensenkurse in bestmöglicher Qualität zu halten. Dazu gehören sowohl die pädagogisch-didaktische Seite als auch die dabei eingesetzten Materialien. Wie wir alle wissen, werden gute neue Sensenblätter leider nur noch von zwei Firmen in Europa produziert - ein Fakt, den ich mantrahaft in jeden meiner Kurse einzubauen weiß. Nichtsdestotrotz existiert eine ungeahnte Vielfalt alter Blätter auf dem Markt, von denen einige gelegentlich zu den Kursen gebracht werden und es ist meine Aufgabe als Fachmann, deren Beschaffenheit zu beurteilen - oft mit sehr positivem Resultat.

So wird wohl immer wieder in der Zukunft ein “exotisches” Blatt eine Rolle in den Kursen spielen, was ich als Bereicherung und Beweis ansehe, daß unser Leben bunter ist als wir gelegentlich annehmen wollen.

Im Gegensatz zu den Produzenten Falci und Schröckenfux ist Silvanus ein Händler, der zur eigentlichen Qualität des Materials keinen Beitrag liefert. Würde ich auf dem “nur von Silvanus” - Dekret bestehen, würde ich mich mit Recht der Kritik von aufgeklärten Kursteilnehmer aussetzen. 

Ich von meiner Seite kann mich nicht des Eindruckes erwehren, daß “nur von Silvanus” stark nach Vetternwirtschaft riecht, ungeachtet der Tatsache, daß ich die Herren von Silvanus als sympathische und umgängliche Menschen kennengelernt hatte.

Da für mich das Halten von Kursen nicht zum vordergründigen Gelderwerb dient, muß ich zusehen, meine Kosten in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Ein Weg dazu ist für mich, daß ich gute gebrauchte Blätter an meine Kurssensen montiere sowie Worbe selbst anfertige. Wenn ich aufgrund dieser “Sünden” von der Vereinsseite als Sensenlehrer gestrichen werden sollte, würde dies bei mir nur ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen. 

Wir sind so ein kleiner Kreis von Enthusiasten für eine gewisse Kulturtechnik - statt einzelne mit fragwürdigen Argumenten zu verunglimpfen, sollten wir die Sache als solche im Auge behalten und jeden, der auf seine und sei es seine ganz individuelle Weise dazu beitragen möchte, willkommen heißen.

Dies schließt nicht aus, daß über mutmaßliche Fehler diskutiert werden darf. Doch dazu gehört ein öffentlicher Austausch, bei der allen Beteiligten sämtliche verfügbare Fakten zur Verfügung gestellt werden. In dieser Beziehung war der Rundbrief eher kryptisch als erhellend und ich erhoffe mir, daß künftige Rundbriefe für mehr Transparenz sorgen werden.

Ich wünsche uns allen einen glücklichen Start in die neue Mähsaison

Ekkehard

Sensenworbe

Erst seit dem Mittelalter wird die Sense statt der Sichel auch zum Getreidemähen verwendet, meist aber für Winterfutter, im Raum nördlich der Alpen. Ihre Verbreitung in Europa reicht in der Zeit vor der Mechanisierung der Landwirtschaft vom Balkan und Spanien bis nach Norwegen. Getreidemahd und Heuernte benötigten viel Personal/Tagelöhner, meist mit eigenem Gerät. Je nach Landschaft und Mähgut wurden unterschiedliche Worbe entwickelt, meist aus Holz, vom Stellmacher oder als Eigenbau. Das führte von der Hausichel/Sichte zu Worben ohne Griffe oder nur mit Mittelgriff oder mit 2 Griffen oder auch mit Ellbogeneinlage mit Langgriff. Wichtig war und ist für die Benutzer immer der beste Kompromiss zwischen Körpergröße und -umfang, Mähgut in Art und Gelände, Verwendungsabsicht und Sensenblatt. Dabei spielt die Position des Mittelgriffs die Hauptrolle bei der Ergonomie der Sense: Seine Höhe über der Linie zwischen Endgriff und Sensenblattschwerpunkt (1./2. Drittel ab Bart) entscheidet über Körperhaltung des Mähers und Ausgewogenheit des Geräts. Ob dies durch eine Strebe zum Griff oder durch einen Schwung im Worb geschieht (extrem: american scythe!!),  ist Nebensache, ebenso wie das Material Holz, Stahl oder Aluminium. Wenn die Hamme bei unmontierter Sense am Boden den gleichen Aufwärtswinkel hat wie der entspannt mähbereit gehaltene Worb, stimmt die Kombination, egal, wo gekauft oder selbst gemacht.

Der „Sensenvereinsworb“ wird nicht vom Sensenverein hergestellt, es ist das seit Jahren von Bernhard Lehnerts Sensenwerkstatt als „Schweizer Worb“ angebotene Modell.

Baumarktworbe: Welche? Obi, Bauhaus, …? In Remscheid und Lüdenscheid gibt es noch traditionelle Metallbaumhersteller mit großem Programm.

Die Einteilung in „Sensenvereinsworbe – Eigenbauworbe – Baumarktworbe“ erinnert an Trumps einfache Menscheneinteilung: americans - other people

Meinhard Spaunhorst

Dieser Brief war Heiner Miller und Thomas Isermann bereits am 12.4.18 per Mail zugegangen

    12.04.2018 Hallo Heiner, 

dieser Sensenlehrer- Rundbrief April 2018 hat mich schon etwas schockiert.

Kämpft jetzt der Vorstand gegen alle Sensenlehrer, oder wie ist dieser Rundbrief zu verstehen?

Wenn der Vorstand mit diesem oder jenen Sensenlehrer oder seinem Tun nicht einverstanden ist, sollte da nicht zuerst einmal das Gespräch mit ihm gesucht werden, statt gleich alle in einen Topf zu werfen und zu Drohen. Für mich ist dies so nicht nachvollziehbar und soweit ich die Satzung gelesen habe so wohl auch nicht in dieser niedergeschrieben!

Auch ich beziehe für meine Handel ( Angemeldetes Reisegewerbe -Verkauf von Sensen und Zubehör sowie Holzrechen- ) Produkte von Silvanus und mehreren anderen Herstellern.

Das bedeutet aber nicht, dass zu meinen Kursen mit Baumarktwörben oder Billigsensen gemäht wird ( habe ich auch gar nicht im Programm )!

Kurse und Handel sind bei mir voneinander getrennt und finden auch nicht Zeitgleich statt.

Zu der Forderung, dass ab sofort nur noch die neuen Wörbe für die Kurse verwendet werden dürfen: Ist dies so Satzungsgemäß?

Sind die Wörbe aus der Schweiz nicht mehr in Ordnung?

Lernen die Schüler mit den alten Worb das Mähen nicht richtig?

Meine 19 Wörbe für die Ausbildung sind zum Teil noch nicht einmal bei 10 Kursen gelaufen. Sollen diese jetzt Feuerholz werden? Da ich bei dem Kurs nur noch neue benutzen soll, kann ich ja wohl auch nicht im Anschluss dann alte und auch noch gebrauchte  Wörbe an meine Kursteilnehmer verkaufen.

Diese Forderung nur wenige Tage vor Beginn der Saison aufzumachen zeigt wohl einiges an Fingerspitzengefühl!

Geprüftes und freigegebenes Material:

Wer ist für die Prüfung und die Freigabe zuständig und wo ist dieses niedergeschrieben!?

Wie besteht die Möglichkeit als Sensenlehrer hier auch seine Meinung vertreten zu können?

Soviel ich von Vereinsleben verstehe, sind wir doch im Sensenverein um eine Sache – das Mähen mit der Sense- mit Freude und nicht im Streit zu erleben und interessierten Menschen nahe zu bringen.

Mit unserem erworbenen Wissen und dem guten Material die Menschen wieder mehr dazu anzuregen zur Sense zu greifen.

Dies erreichen wir aber nicht mit Drohungen oder Zwang!

Lieber Heiner, überdenkt diesen Rundbrief noch einmal und vielleicht kann doch eine andere Form gewählt werden, wenn Ihr oder Erwin Zachl mit einem oder mehreren Sensenlehrern nicht zufrieden seit. In meinen kurzen Leben habe ich auch in verschiedenen Funktionen ( u.A. Vereinsvorsitzender, Bürgermeister ) in Verantwortung gestanden. Das offene Gespräch und der Versuch zur gütlichen Einigung haben dabei zumeist eher gefruchtet als Drohung und Zwang, auch wenn man im Recht war.

Sollte dieser Rundbief vor allem mich betreffen, da ich leider feststellen musste, dass Stefan Pimminger von SILVANUS meine Gespräche mit ihm über Sensen und Wetzsteine zumeist an Erwin Zachl weitergetragen hat, dann könnt ihr ruhig mit mir darüber reden. Thomas Isermann ist vor einigen Jahren bei mir gewesen, er hat mein Sensenmaterial gesehen, wie auch meine Wetzsteine.

Ich persönlich würde mich über eine positive Antwort, auch auf meine Fragen, von Dir sehr freuen.

 

Viele Grüße aus Hain

 

Klaus Hofmann

Liebe Sensenlehrer/Innen,

dieser Brief wurde von mir bereits am 11.04.2018 versendet und auf Wunsch von Heiner stelle ich ihn nun der Vollständigkeit halber und zum Meinungsaustausch hier ins Forum.:

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Hallo Heiner, Erwin, Thomas und Georg,

auch ich war sehr traurig, dass Joe gestorben ist und wäre gerne bei der Beerdigung dabei gewesen. Ich wollte mich auch spontan dazu bereit erklären, euch im Vorstand zu unterstützen, aber dazu kenne ich natürlich nicht die Regeln. Jetzt ist eine Umstellung angesagt, was das Lager betrifft und den Posten des Kassiers. Wohl kann man Joe nicht so einfach ersetzen, denn er hat sich vor Ort schon sehr stark einsetzen können.

Der Wetzsteinkurs war eine gelungene Veranstaltung, ein weiteres Puzzle in Richtung  „Vollständigkeit“ eines Sensenvereins. Vielen Dank dafür.

Ich habe mit Interesse den Rundbrief vom 08.04.2018 gelesen und möchte euch folgende Rückmeldung geben.

1. Verbindliche Vereinsqualität:

In Punkt 1

- bin ich vollständig eurer Meinung.

In Punkt 2

- finde ich es doch problematisch, so eine Vorschrift an die Mitglieder weiterzugeben, dazu schildere ich meinen Fall:

  1. Ich habe nur alte Sensenworbe, die bei mir bisher kaum zum Einsatz gekommen sind, weil ich die letzten Jahre vorwiegend meine Angehörigen pflegen musste und noch nicht vollen Einsatz bringen konnte in Bezug auf Sensenkurse.
  2. Ich habe meine Worbe nach dem Kauf alle bearbeitet. Ich habe sie abgeschliffen und eingeölt, was ich sehr liebevoll und mit Sorgfalt gemacht habe. Jetzt müsste ich von vorne Anfangen.
  3. Ich habe in Erinnerung, dass die neuen Sensenblätter bei der Biegung der Hamme einen anderen Winkel besitzen?! Habe ich das richtig in Erinnerung und ist damit eine Kombination zwischen den alten Worben mit Blättern, bzw. den neuen Worben mit Blättern überhaupt möglich?!
  4. Wenn ich die alten Worbe gebraucht verkaufe, was ich ja nach eurer Meinung müsste, mache ich Verluste, da ich sie als „gebraucht“ verkaufen muss. Wie soll ich meinen Käufern begreiflich machen, dass diese genauso gut sind als die Neuen?! Bzw. sagt mir noch einmal die Vorteile der neuen Sensen. Oder haben beide Varianten ihre Berechtigung? Die Vorstellung der neuen Sensen von Hans-Jörg Rinner liegt schon weit zurück und beim letzten Treffen konnte ich nicht dabei sein. Waren da die neuen Sensen noch einmal Thema?

Frage: Muss ich als Sensenlehrer bei jeder Neuerung damit rechnen meine komplette Ausstattung auszutauschen?! Wie oft kann das vorkommen? Ist der Unterschied so gravierend?  Gerne höre ich dazu eure Meinung.

In Punkt 3:

- Die gemeinsame Ausbildung finde ich auch gut, da man mit dem Thema Sensenwissen groß denken sollte. Also nicht nur ein Land, sondern viele…..  .

Meine Gedanken dazu:

Wir versuchen durch unseren Einsatz das Sensenwissen zu erhalten und Firmen durch Verkauf von Sensen am Leben zu erhalten, aber ich habe auch gegenüber jedem Menschen Respekt, der jahrelang die Sense als Mähgerät eingesetzt hat und Sensenwissen an jüngere weiter gibt, ob als ausgebildeter Sensenlehrer oder nicht. Wir haben es ja schließlich nicht erfunden. Wir haben das Wissen nur gesammelt und für unseren Lehrauftrag aufbereitet und betreiben Fortschritt bzw. Geräte-Entwicklungsarbeit. Ich selbst habe es erlebt, dass im Nachbarort ein Sensenlehrer aktiv wurde, der nur einen unserer Kurse besucht hatte. Man kann es nicht verhindern und mit „Druck“ sowieso nicht. Man muss da sehr sensibel damit umgehen und nicht abheben. Nur miteinander und positiv bringen wir Menschen dazu, zur Sense zu greifen. Das System muss über Jahre von der alten zur neuen Generation wachsen. Nur wenn sich herum spricht, dass wir was bieten, was die anderen nicht haben, werden wir „ein Name“. Der Wetzsteinkurs und Fortbildungskurse sind die richtige Richtung.

Auch wenn die Schriftfarbe im Rundbrief „grün“ war, die Worte waren für mich „rot“. Ich bin gerade dabei meine Sensenlehreraktivitäten aufzubauen, und hätte ich mich nicht gerade mit Vereinskleidung eingedeckt, hätte ich nach dem Brief am liebsten spontan alles hingeworfen.

Zu der Kleidung möchte ich noch fragen. Die Fleecejacke fusselt stark. Habe sie gewaschen und trotzdem fusselt sie noch. Ist das vorübergehend oder kann ich hoffen, dass es nach mehrmaligem Waschen nachlässt?

Wie ist das zu verstehen, dass „es Sensenlehrer gibt, die dem Verein die nötige Unterstützung durch den Einkauf der Betriebsmittel verweigern….“. Kaufen diese andere Sensen, oder kaufen diese bei Silvanus Sensen, ohne die Angabe des Vereins??!!

Vielleicht muss man diese Hintergründe bei der nächsten Sitzung oder als Rundbrief besser offenlegen. Was bekommt der Verein, bzw. was haben die Sensenlehrer für Vorteile…..  Internetpräsenz, Rabatt beim Einkauf von Materialien, Mitglied des Sensenvereins…!!!??? hab ich was vergessen….

Bekommt ihr Rückmeldungen von den Abweichlern, warum diese ausscheren, bzw. nicht mehr hinter unserem Verein stehen?!

Ich weiß nicht, wie oft es zu einem persönlichen Treffen der Sensenlehrer kommt?! Aber ich finde es wichtig, dass man sich hin und wieder trifft, denn nur persönliches Kennen schweißt den Verein zusammen. Dazu habe ich folgende Fragen:

  • Ist manchen Mitgliedern der Anfahrtsweg zu weit, um an Treffen teilzunehmen?!
  • Hat man überhaupt Interesse am persönlichen Kennenlernen?
  • Ist der Termin schlecht?
  • Sollte man den Veranstaltungsort wechseln, um möglichst jedem ein Teilnehmen zu ermöglichen?!
  • Wäre es möglich, dass man die Versammlung aufzeichnet und/oder veröffentlicht (Ersatz-Teilnahme), oder wie eine Internetkonferenz gestaltet?! (Ich weiß, nicht jeder wünscht dieses Medium, aber da wir so weit entfernt voneinander sind, hilfreich und „Zukunftsmusik“. Wir wollen ja schließlich die Jugend ansprechen. Elektronische Medien, wo nötig und hilfreich….

2. Sensenlehrerausbildung

Ich finde es gut, dass Erwin für die Ausbildung noch zwei weitere Personen heranzieht. So verteilt es sich auf mehrere Schultern und es kann auch mal schnell jemand einspringen, wenn Erwin ausfällt, oder keine Lust mehr hat J, die Verantwortung alleine zu tragen.

Habt ihr schon einen Termin für Hessen?! Was ist dabei die Aufgabe der Sensenlehrer, welche Erwin dabei haben möchte?!

3. Neue Sensenblätter….

Wie Unterscheiden sich die Merkblätter „Einstellung der Sense“? Hängt das von den alten zu neuen Sensen ab?! Sind die alten Merkblätter dann unbrauchbar?

4. Weitere Informationen

Muss man eigentlich als Vorstandsmitglied Sensenlehrer sein?!

Gibt es bei uns die Möglichkeit Beisitzer im Vorstand zu haben?! Ich kenne das von unseren Vereinen.

Wenn es kein Lager mehr gibt, wie gibt dann Silvanus dem Verein Vergünstigungen weiter? In Form von Geldleistung?!

*****

Ich hoffe, ich habe meine Anliegen so formuliert, dass sie auch verstanden werden. Sollte es Rückfragen geben bitte melden, bevor es zu Missverständnissen kommt.

Herzliche Grüße

Renate Steinberger-Künstel

Renate

Nett, dass sich die Arbeitsgruppe "Technikentwicklung" des österreichischen Sensenvereins so sorgsam um die Materialqualität kümmert. Großartig, dass der Vorstand des deutschen SV so begeistert von dem Sensenbaum ist, dass er alle Sensenlehrer zur Arbeit mit diesem Gerät knechten will. Verständlich dass Erwin Zachl in der Liste der deutschen Sensenlehrer auf seinem Präsentationsfoto beim Mähen lächelnd einen selbstgebauten Sensenbaum verwendet; das SV-Material lässt wirklich zu wünschen übrig. Dann erhalte ich mir ebenso lächelnd das Recht, stufenlos verstellbare Metallsensenbäume zu verwenden, die ich selbst durch den Rollenbieger gezogen habe. Technikentwicklung muss nicht gleichbedeutend mit Trachtenpflege sein.

Wer entscheidet eigentlich bei dieser franchising-Politik? Namen raus!

Wird man dazu gewählt? von wem?

Allzeit Sachwissen, Fertigkeiten und nette Kurse!

Meinhard Spaunhorst